Carl von Salis (* 6. Dezember 1886 in Turin; † 23. November 1941 in Grevasalvas, Sils; Bürger von Soglio und Bever) war der dritte von vier Söhnen des Textilunternehmers Robert von Salis-Soglio (1857–?) und Elise Annetta Gruber (1860–?). Die Familie lebte bis 1900 in Genua in der bis heute erhaltenen herrschaftlichen Villa Gruber, ab 1921 in Bever.
Carl Albert von Salis malte Berglandschaften wie auch in der Zeit in Deutsch-Ostafrika dortige Motive und Porträts. Seine Zeichnungen im Hüttenbuch der „Salishütte“ zeigen Nähe zum Dadaismus und er war vom Werk Kasimir Malewitschs inspiriert. Expressionismus, Kubismus oder Surrealismus interessierten ihn zwar, hatten aber keinen Einfluss auf seine Arbeit.
Salis war durch seine Herkunft aus wohlhabender Familie, im Gegensatz zu seinen Malerkollegen, wie Giovanni Segantini oder Giovanni Giacometti, die auch Auftragsarbeiten ausführten, nicht auf die Einnahmen aus dem Verkauf seiner Kunstwerke angewiesen, obwohl er gut verkaufte.
1935 erhielten er und Gottardo Segantini den Auftrag, gefährdete Stellen des zu Segantinis Alpentriptychon gehörenden Werks «La natura» zu fixieren. Sie führten diesen Auftrag an der Gemälderückseite mit Kaseinleim aus. Im Zuge dieser Arbeit entfernten sie die originalen Keilrahmenkreuze und ersetzten sie durch schwere, hölzerne Spannvorrichtungen mit Stangengewinden.[3]
Zeit seines Lebens hat von Salis keine Einzelausstellungen realisiert. Überliefert ist eine Gruppenausstellung in Winterthur 1926. Nach seinem Tod widmete ihm das Bündner Kunstmuseum in Chur 1942 eine Gedächtnisausstellung. Weitere Gruppenausstellungen sind in Basel, Zürich, St. Gallen und Genf nachgewiesen. In öffentlichen Kunstsammlungen trifft man die Werke von Carl von Salis selten: Das Bündner Kunstmuseum sowie die Fundaziun Capauliana haben je 13 Gemälde und Zeichnungen, die anderen Werke befinden sich wohl in Privatbesitz, darunter auch die wenigen erhaltenen Arbeiten aus Afrika. Eines der Gemälde aus dieser Zeit befindet sich im Hotel „Schweizerhof“ in Flims. In den 1930er Jahren publizierte Arnoldo M. Zendralli die bisher einzige auffindbare Werkliste von Carl von Salis in den „Quaderni grigionitaliana“. Sie umfasst rund 400 Einträge, darunter Gemälden, Zeichnungen und Druckgrafiken.
[Quelle: Wikipedia]